Eine neue Publikation von Christoph Bitzl zum Thema Rechtsextreme Muslimhetze wurde veröffentlicht!

Der Campus hat eine neue Publikation zu vermelden. Der von Christoph Bitzl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Campus Rothenburg, in Zusammenarbeit mit dem Politikwissenschaftler Michael Kurze verfasste Artikel “Rechtsextreme Muslimhetze: Die Instrumentalisierung von Religion als Vote-Seeking-Strategie der AfD” wird in der Special Issue “Religion und Rechtsextremismus” der Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik veröffentlicht.

Im Artikel wird anhand von Wahlprogrammanalysen und Aussagen von Partei-Funktionär:innen aufgezeigt, wie die Alternative für Deutschland (AfD) bewusst religiöse Bezugnahmen instrumentalisiert, um ihre als rechtsextrem einzustufende Agenda zu verfolgen.

Einen detaillierteren Einblick liefert das Abstract zum Artikel:

Die AfD setzt in ihrer Identitätskonstruktion zunehmend auf einen populistischen Gegensatz zwischen „christlich-jüdischem Abendland“ und „dem Islam“, obwohl sie sich weder durch eine besondere Nähe zur Kirche und christlichen Wähler:innen noch zur jüdischen Gemeinde auszeichnet. Der folgende Beitrag zeigt anhand einer Analyse von Programmen, Äußerungen und weiteren Veröffentlichungen, dass sich die Partei einer bestehenden Muslimfeindlichkeit in der Bevölkerung bedient und Religion zum Zweck der nativistischen Mobilisierung und Stimmenmaximierung instrumentalisiert. Sowohl der Islam als auch Christentum und Judentum werden zum Träger inhärenter kultureller Merkmale umgedeutet und damit von ihrer religiösen Bedeutung losgelöst. Dabei bedient sich die AfD in ihren essenzialisierenden Zuschreibungen einer antimuslimisch-rassistischen Rhetorik. Durch die Einbettung in einen „Kampf der Kulturen“ schafft es die Partei, ihre mitunter rechtsextremen nativistischen Positionen, die sich vor allem in antipluralistischen Haltungen und einer Unterminierung der Religionsfreiheit zeigen, als Verteidigung liberaler christlich-aufgeklärter Werte, gar als Philosemitismus, zu verklausulieren. Der Beitrag zeigt, dass diese Islamisierung der Debatten und die gleichzeitige Berufung auf ein „christlich-jüdisches“ Erbe einem wahltaktischen Kalkül zur Stimmenmaximierung folgt, das über einen vermeintlich drohenden Identitätsverlust den rechten Rand und die bürgerliche Mitte gleichermaßen inkludiert, während man sich selbst vom Vorwurf des Rechtsextremismus freispricht.

Der Artikel ist bereits Online First als Open Access erschienen und unter folgendem Link abrufbar: https://link.springer.com/article/10.1007/s41682-021-00076-y